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  • Pneumothorax unter Interleukin-6-Hemmern
  • Verfasst von: Urspeter Masche
  • Datum: 30. Juni 2021

Interleukin-6-Hemmer wie Tocilizumab (Actemra®) oder Sarilumab (Kevzara®) – die vor allem bei rheumatoider Arthritis, versuchsweise auch bei Covid-19 eingesetzt werden – können gemäss einem Bericht der WHO in seltenen Fällen möglicherweise einen Pneumothorax verursachen. Zu diesem Schluss führte die Anzahl der gemeldeten Fälle, die über dem Erwartungswert liegt.

Bericht aus dem «WHO Pharmaceuticals Newsletter»: Sarilumab, tocilizumab and Pneumothorax

  • Kiwis gegen Verstopfung?
  • Verfasst von: Urspeter Masche
  • Datum: 23. Juni 2021

In einer amerikanischen Studie wurden 75 Patientinnen und Patienten, die an chronischer Verstopfung litten, drei Gruppen bzw. folgenden Massnahmen zugeteilt: Die erste Gruppe nahm Flohsamen-Pulver (Metamucil®, 2-mal 6 g/Tag), die zweite getrocknete Pflaumen (2-mal 50 g/Tag) und die dritte zwei geschälte Kiwis pro Tag. Diese Massnahmen wurden über 4 Wochen durchgeführt. Eine Besserung der Verstopfung, definiert als Zunahme der Stuhlgangfrequenz um mindestens 1 Mal/Woche, liess sich bei 43 der 75 Individuen erzielen. Es bestand kein signifikanter Unterschied zwischen den drei Massnahmen, das heisst, die Einnahme von Kiwis scheint so zu helfen wie die beiden anderen, als erprobt geltenden Massnahmen.

Volltext der Studie aus dem «American Journal of Gastroenterology»: Exploratory Comparative Effectiveness Trial of Green Kiwifruit, Psyllium, or Prunes in US Patients With Chronic Constipation

  • Celecoxib (Celebrex® u.a.): Kein Vorteil bei Kolonkarzinom
  • Verfasst von: Urspeter Masche
  • Datum: 17. Juni 2021

Es gibt Daten aus Beobachtungsstudien, dass Acetylsalicylsäure und Zyklooxygenase-2-Hemmer das Rückfallrisiko eines Kolonkarzinoms reduzieren könnten. Diese Hypothese wurde nun in einer Doppelblindstudie überprüft. Rund 2500 Patienten und Patientinnen mit einem lokal fortgeschrittenen Kolonkarzinom wurden auf zwei Gruppen verteilt: Zusätzlich zu der adjuvanten Chemotherapie mit Leucovorin, Fluorouracil und Oxaliplatin (FOLFOX) verabreichte man entweder Celecoxib (400 mg/Tag) oder Placebo. Die krankheitsfreie Überlebensrate nach 3 Jahren, der primäre Endpunkt, lag in der Celecoxib-Gruppe bei 76,3% und in der Placebo-Gruppe bei 73,4% (HR 0,89 [0,76–1,03]). Die Gesamtüberlebensrate nach 5 Jahren unterschied sich ebenfalls nicht signifikant (84,3% gegenüber 81,6%).

Kurzform der Studie aus dem JAMA: Effect of Celecoxib vs Placebo Added to Standard Adjuvant Therapy on Disease-Free Survival Among Patients With Stage III Colon Cancer

  • Infantile Hämangiome: Atenolol mindestens so gut wie Propranolol
  • Verfasst von: Urspeter Masche
  • Datum: 15. Juni 2021

Seit mehreren Jahren steht eine Propranolol-Lösung (Hemangiol®) zur Verfügung, die der oralen Behandlung von entstellenden oder vitale Organe gefährdenden infantilen Hämangiomen dient. Gemäss einer kürzlich erschienenen Studie scheint sich Atenolol hierfür ebenso gut zu eignen. 377 Säuglinge mit einem infantilen Hämangiom erhielten mindestens sechs Monate lang Propranolol oder Atenolol. Unter Propranolol sprachen 94% der Säuglinge auf die Therapie an, sei es, dass das Hämangiom kleiner wurde, sie es, dass es ganz verschwand; unter Atenolol betrug dieser Prozentsatz 93%. Nebenwirkungen traten in der Atenolol-Gruppe weniger häufig auf als in der Propranolol-Gruppe; bei den als schwerwiegend eingestuften Nebenwirkungen fand sich indessen kein Unterschied.

Kurzform der Studie aus «JAMA Otolaryngology – Head & Neck Surgery»: Efficacy and Safety of Propranolol vs Atenolol in Infants With Problematic Infantile Hemangiomas – Randomized Clinical Trial


  • Hepatitis-B-Reaktvierung durch Daratumumab (Darzalex®)
  • Verfasst von: Urspeter Masche
  • Datum: 10. Juni 2021

Unter einer Therapie mit Daratumumab – einem monoklonalen Antikörper, der gegen das CD38-Glykoprotein gerichtet ist und beim multiplen Myelom eingesetzt wird – kann eine Reaktivierung einer Hepatitis-B-Infektion auftreten. So wurden in einer Beobachtungsstudie, die sich auf ein Kollektiv von 93 mit Daratumumab behandelten Personen stützte, 6 Patienten erfasst, bei denen eine Hepatitis B reaktiviert worden war; in 1 Fall hatte sich daraus ein tödliches Leberversagen entwickelt.

Kurzform der Studie aus «Clinical Infectious Diseases»: Reactivation of resolved hepatitis B after daratumumab for multiple myeloma

  • Diuretika und Augenerkrankungen
  • Verfasst von: Urspeter Masche
  • Datum: 8. Juni 2021

Einem Bericht der kanadischen Arzneimittelbehörde zufolge scheinen Diuretika in seltenen Fällen gewisse ophthalmologische Nebenwirkungen wie einen Aderhaut-Erguss, eine akute Myopie oder ein akutes Engwinkelglaukom hervorrufen zu können. Beobachtet wurden solche Nebenwirkungen sowohl bei Thiaziden, Schleifendiuretika als auch bei Acetazolamid (Diamox® u.a.).

Mitteilung der kanadischen Arzneimittelbehörde: Diuretics, Including Acetazolamide – Assessing the Potential Risk of Certain Eye Disorders

  • Anaphylaktische Reaktionen durch Medikamente: Nichtsteroidale Entzündungshemmer und Betalaktame am häufigsten beteiligt
  • Verfasst von: Urspeter Masche
  • Datum: 1. Juni 2021

In einer Beobachtungsstudie wurden 408 anaphylaktische Reaktionen ausgewertet, die von 2010 bis 2019 in der Allergieabteilung eines Madrider Spitals abgeklärt und als medikamenteninduziert eingestuft worden waren. In 46% der Fälle wurde ein nichtsteroidaler Entzündungshemmer als Auslöser identifiziert; innerhalb dieser Wirkstoffklasse verteilten sich die Fälle vor allem auf die heute nicht mehr eingesetzten Pyrazolone (60%) sowie auf die Arylpropionsäure-Derviate (35%), deren wichtigste Vertreter Ibuprofen (Brufen® u.a.) und Naproxen (Apranax® u.a.) sind. Hinter den nichtsteroidalen Entzündungshemmern folgen auf dem zweiten Platz die Betalaktam-Antibiotika (34%) und auf dem dritten die Fluorochinolone (6%).

Kurzform der Studie (Abstract 056 des diesjährigen Kongresses der «American Academy of Allergy, Asthma and Immunology»): Descriptive study of Anaphylaxis reactions induced by drugs in a referral hospital