Menschen mit atopischer Dermatitis durch orale Kortikosteroide stärker gefährdet?

  • Autor(en): Stefan Weiler
  • pharma-kritik-Jahrgang 46 , Nummer 2, PK1328
    Redaktionsschluss: 18. September 2024
  • Eine Fall-Kontroll-Studie lässt annehmen, dass Individuen mit einer atopischen Dermatitis vermehrt Nebenwirkungeneiner oralen Kortikosteroid-Behandlung (z.B. Osteoporose, Typ-2-Diabetes, kardiovaskuläre Ereignisse) erleiden. Dies gilt insbesondere für eine über 90 Tage dauernde Therapie.
Gemäss einer Fall-Kontroll-Studie ist anzunehmen, dass eine längerfristige Behandlung mit oralen Kortikosteroiden bei Personen mit atopischer Dermatitis das Risiko für unerwünschte Arzneimittelwirkungen erhöhen kann. In dieser Studie wurden Daten aus der südkoreanischen Gesundheitsdatenbank (2012–2021) analysiert und geprüft, wie sich bei Individuen mit einer atopischen Dermatitis eine länger als 90 Tage dauernde orale Therapie mit Kortikosteroiden auswirkt. Untersucht wurde insbesondere, wie häufig unerwünschte Wirkungen wie z.B. Osteoporose, Frakturen, Typ-2-Diabetes, Hyperlipidämie, Herzinfarkte, Schlaganfälle oder avaskuläre Nekrosen auftreten. Für jeden Fall wurden zwei Kontrollpersonen mit atopischer Dermatitis gewählt, die keine der untersuchten Komplikationen hatten. Wer mit einer langdauernden oralen Kortikoid-Therapie behandelt wurde, hatte ein leicht (aber statistisch signifikant) erhöhtes Risiko für unerwünschte Wirkungen, insbesondere für Frakturen, Hyperlipidämie, Herzinfarkt und avaskuläre Nekrose.

Die Ergebnisse dieser Studie unterstreichen die potentiellen Gefahren einer langfristigen Kortikosteroidtherapie bei Personen mit atopischer Dermatitis. Diese Erkenntnisse betonen die Notwendigkeit, bei atopischer Dermatitis besonders vorsichtig zu sein und die Dauer der Kortikosteroidtherapie so kurz wie möglich zu halten. Um die Risiken zu minimieren, sollten auch alternative Behandlungsstrategien in Betracht gezogen werden.

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Menschen mit atopischer Dermatitis durch orale Kortikosteroide stärker gefährdet? (18. September 2024)
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pharma-kritik, 46/No. 2
PK1328
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