Medikamentös induzierte Nierenschädigung

  • Autor(en): Stefan Weiler
  • pharma-kritik-Jahrgang 46 , Nummer 6, PK1378
    Redaktionsschluss: 25. Juli 2025
In einer retrospektiven Studie wurde die Assoziation zwischen bestimmten Arzneimitteln und dem Auftreten einer akuten Nierenschädigung untersucht: Zwischen 2009 und 2020 erhielt die portugiesische Pharmakovigilanz-Datenbank 53'505 Meldungen, von denen 352 (0,7%) eine solche akute Schädigung vermuten liessen. Insgesamt wurden 559 Medikamente als «verdächtig» eingestuft. Mittels Disproportionalitäts-Analyse wurden die «Reporting Odds Ratios» (ROR) berechnet. Drei Wirkstoffklassen zeigten signifikante statistische Assoziationen mit einer akuten Nierenschädigung: Antithrombotika (ROR 6,72; besonders Dabigatran [Pradaxa® u.a.]), systemische Virostatika (ROR 4,02; besonders Tenofovir [Viread® u.a.]) und Antineoplastika (ROR 2,14; besonders Everolimus [Afinitor®] u.a.). Zusätzlich wurden einzelne Medikamente identifiziert, deren Klassen insgesamt keine Signifikanz aufwiesen. Bei 9,6 % der berichteten Fälle kam es zum Tod.

Die Ergebnisse dieser Studie unterstreichen die Notwendigkeit, bei der Behandlung mit gewissen Medikamenten und besonders bei Personen mit einem hohen Risiko für eine Nierenschädigung die Nierenfunktion engmaschig zu überwachen. Klinisch relevant ist dies, weil eventuell riskante Wirkstoffe wie Prednisolon nicht selten auch langfristig eingesetzt werden. Die in dieser Studie verwendete Fall/Nicht-Fall-Methode kann die tatsächliche Inzidenz allerdings auch unterschätzen, was die Aussagekraft der Studie reduziert. Die vergleichsweise grobe Methode vernachlässigt viele Aspekte (z.B. Dosierung, Therapiedauer) und erlaubt deshalb keine definitiven Schlussfolgerungen. Dennoch zeigt die Studie, dass eine proaktive Arzneimittelüberwachung ein integraler Bestandteil einer optimalen Therapie sein muss. 

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Medikamentös induzierte Nierenschädigung (25. Juli 2025)
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pharma-kritik, 46/No. 6
PK1378
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