pharma-kritik
Häufig verordnete Medikamente und Zahnfleischerkrankungen
- Autor(en): Etzel Gysling
- pharma-kritik-Jahrgang 47
, Nummer 1, PK1393
Redaktionsschluss: 1. Oktober 2025 -
Häufig verordnete Medikamente und Zahnfleisch-erkrankungenDie Auswertung von Daten aus dem amerikanischen Neben-wirkungs-System zeigt, dass Bisphosphonate, Denosumab, Amlodipin und noch einige andere Wirkstoffe zu störenden Gingiva-Problemen führen können.
Eine aktuelle Auswertung von über 34’000 Meldungen im amerikanischen Nebenwirkungs-System FAERS zeigt ein bislang unterschätztes Risiko: Zahlreiche häufig verordnete Medikamente sind mit arzneimittelbedingten Gingiva-Erkrankungen assoziiert. 83 Wirkstoffe zeigten diesbezüglich signifikante Risikosignale. Dies trifft auf Medikamente wie die Bisphosphonate (z.B. Aledronsäure [Fosamax® u.a.] oder Zoledronsäure [Zometa® u.a.]) sowie Denosumab (Prolia® u.a.) zu, die bei Osteoporose verwendet werden. Aber auch kardiovaskulär aktive wie z.B. Amlodipin (Norvasc® u.a.), Immunsuppressiva (z.B. Ciclosporin [Sandimmun® u.a.]) und Antiepileptika (z.B. Phenytoin) sind mögliche Ursachen von Zahnfleischerkrankungen. Besonders betroffen waren ältere Personen sowie Frauen allgemein.
Auch bei Zahnfleischproblemen sollte man an arzneimittelbedingte Ursachen denken. Speziell die Gingivahyperplasien – bekannterweise durch Phenytoin, Ciclosporin oder Kalziumkanalblocker – sind klinisch hochrelevant: Sie erschweren nicht nur die Mundhygiene, fördern Biofilme und Entzündung, sondern verursachen auch Schmerzen und ästhetische Probleme. Einige Wucherungen sind nach Absetzen reversibel – etwa bei Ciclosporin innerhalb von einigen Monaten. Häufig ist aber selbst bei guter Prophylaxe und Dentalhygiene eine Gingivektomie unausweichlich.
Auch bei Zahnfleischproblemen sollte man an arzneimittelbedingte Ursachen denken. Speziell die Gingivahyperplasien – bekannterweise durch Phenytoin, Ciclosporin oder Kalziumkanalblocker – sind klinisch hochrelevant: Sie erschweren nicht nur die Mundhygiene, fördern Biofilme und Entzündung, sondern verursachen auch Schmerzen und ästhetische Probleme. Einige Wucherungen sind nach Absetzen reversibel – etwa bei Ciclosporin innerhalb von einigen Monaten. Häufig ist aber selbst bei guter Prophylaxe und Dentalhygiene eine Gingivektomie unausweichlich.
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Häufig verordnete Medikamente und Zahnfleischerkrankungen (1. Oktober 2025)
Copyright © 2026 Infomed-Verlags-AG
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