Esketamin: im Alter mehr Probleme

  • Autor(en): Natalie Marty
  • pharma-kritik-Jahrgang 47 , Nummer 1, PK1394
    Redaktionsschluss: 1. Oktober 2025
  • Esketamin: im Alter mehr Probleme
    Esketamin wird in Form eines Nasensprays bei therapieresis-tenten Depressionen verordnet. Die Risiken dieser Anwen-dung bei Menschen über 65 wurden anhand einer Analyse einer Nebenwirkungs-Datenbank untersucht. Es ergab sich, dass ältere Personen mehr unerwünschte Wirkungen als jüngere erleiden. Am auffälligsten sind dabei verschiedene psychiatrische Probleme, die im Alter signifikant häufiger als bei Jüngeren sind.  
Esketamin, das S-Enantiomer von Ketamin, kann – unter Beachtung der vorgeschriebenen strengen Sicherheitsmassnahmen – zur Behandlung therapieresistenter Depressionen als Nasen­spray (Spravato®) eingesetzt werden. Die Zulassungsstudien umfassten jedoch nur relativ wenig Teilnehmende; zudem war die Nachbeobachtungszeit in den Studien kurz. So waren keine zuverlässigen Schlussfolgerungen zur Sicherheit und langfristigen Verträglichkeit des Wirkstoffs bei älteren Personen möglich. Basierend auf Daten aus dem Adverse Event Reporting System (FAERS) der amerikanischen Arzneimittelbehörde wurde nun das Sicherheitsprofil des Esketamin-Nasensprays bei Erwachsenen im Alter von unter 65 Jahren (3'566 Meldungen) mit jenem bei solchen ab 65 Jahren (536 Meldungen) genauer untersucht. Dazu wurde die «Odds Ratio» der Meldungen in den beiden Altersgruppen («Reporting Odds Ratio», ROR) verglichen. Die berichteten Nebenwirkungen betrafen zahlreiche Organsysteme; mehrere davon waren bei Personen über 65 häufiger (z.B. kardiovaskuläre und Augen-Probleme) als bei Jüngeren. Für psychiatrische Symptome war der Unterschied in der ROR zwischen den beiden Altersgruppen besonders gross. Im Alter waren namentlich die folgenden Probleme gehäuft: Dissoziation, Suizidgedanken, Depression, Angstzustände, Halluzinationen und Agitiertheit. Visuelle Halluzinationen kamen dagegen bei den Jüngeren signifikant häufiger vor.

Die Studie basiert auf selbstberichteten Daten und ihre Aussagekraft unterliegt entsprechenden Einschränkungen. Es wird hervorgehoben, dass weitere prospektive Studien nötig wären, um das altersbezogene Sicherheitsprofil von Esketamin zu klären. Die vorliegende Auswertung unterstreicht aber die dringende Notwendigkeit einer kontinuierlichen Pharmakovigilanz und besonderer Vorsicht beim Einsatz des Medikaments bei älteren Personen.

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Esketamin: im Alter mehr Probleme (1. Oktober 2025)
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pharma-kritik, 47/No. 1
PK1394
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