Psychopharmaka können Augendruck erhöhen

  • Autor(en): Etzel Gysling
  • pharma-kritik-Jahrgang 47 , Nummer 2, PK1409
    Publikationsdatum: 10. März 2026
  • Für viele Psychopharmaka gibt es keine zuverlässigen Hinweise, dass sie den intraokulären Druck erhöhen würden. Ausnahmen sind die Benzodiazepine und Topiramat.
In einer systematischen Übersicht wurden Publikationen gesucht, die über einen Zusammenhang zwischen Psychopharmaka und erhöhtem Augendruck oder Glaukom berichteten. In 22 Beobachtungsstudien fanden sich 293'228 Personen, bei denen dieser Zusammenhang  geprüft worden war. Unter Serotonin-Wiederaufnahmehemmern fand sich ein mässig erhöhtes Glaukom-Risiko, aber eine geringfügige, doch eindeutige Senkung des Augeninnendrucks. Alle Benzodiazepine waren mit einem erhöhten Glaukom-Risiko verbunden. Topiramat (Topamax® u.a.) kann ein akutes Winkelblockglaukom verursachen. Die Daten zu Neuroleptika und zu Methylphenidat (Ritalin® u.a.) ergaben keine eindeutigen Resultate.

Die Schlussfolgerung der Studie lautet zu Recht, die meisten Resultate sollten zurückhaltend interpretiert werden, besonders in Anbetracht der ausgeprägten Heterogenität. Kaum Zweifel bestehen allerdings, dass Benzodiazepine und Topiramat Ursachen eines Glaukoms sein können. Für die Praxis heisst dies, dass sich bei allen, die länger mit diesen Medikamenten behandelt werden, augenärztliche Kontrollen empfehlen.

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Psychopharmaka können Augendruck erhöhen (10. März 2026)
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pharma-kritik, 47/No. 2
PK1409
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