Gefahren der Anabolika

  • Autor(en): Etzel Gysling
  • pharma-kritik-Jahrgang 48 , Nummer 5, PK1441
    Publikationsdatum: 4. Mai 2026
    DOI: https://doi.org/10.37667/pk.2026.1441
  • Bei muskulösen Männern mit Gynäkomastie und testikulärer Dysfunktion sollte an Anabolika-Missbrauch gedacht werden.
Zu den Risiken der Anabolika haben wir in unserer Zeitschrift schon wiederholt berichtet. Nun weist das deutsche «arznei-telegramm» auf eine neuerdings publizierte Studie aus Dänemark hin. Im Rahmen einer Antidoping-Initiative waren zwischen 2006 und 2018 1189 Männer identifiziert worden, in deren Urinproben Anabolika nachgewiesen werden konnten oder die den Urintest verweigert hatten. Diese Männer wurden während durchschnittlich 11 Jahren beobachtet; für jeden Beteiligten wurden 50 ähnliche Personen aus der allgemeinen dänischen Bevölkerung zum Vergleich ausgewählt.  Wer Anabolika verwendet hatte, erlitt im Verlauf signifikant häufiger einen Myokardinfarkt oder erkrankte an Herzinsuffizienz, Kardiomyopathie, venösen Thromboembolien oder kardialen Arrhythmien. Zum Beispiel trat eine Kardiomyopathie rund neunmal häufiger auf als in der Vergleichsgruppe. Die Gesamtmortalität war ebenfalls erhöht: sie betrug 2,8% (in der Kontrollpopulation 1,0%). Bei muskulösen Männern mit Gynäkomastie und testikulärer Dysfunktion sollte an Anabolika-Missbrauch gedacht werden.

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Gefahren der Anabolika (4. Mai 2026)
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pharma-kritik, 48/No. 5
PK1441
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