Arzneimittel-Probleme
Neue Daten zu den vaskulären Nebenwirkungen der Triptane
- Autor(en): Natalie Marty
- pharma-kritik-Jahrgang 48
, PK1449
Publikationsdatum: 15. April 2026 - In einer grossen retrospektiven Kohortenstudie wurde untersucht, inwiefern die Einnahme von Triptanen mit einem ischämischen Schlaganfall in Verbindung steht.
Migräne gilt als Risikofaktor für einen ischämischen Schlaganfall; die zugrundeliegenden Mechanismen sind jedoch nicht bekannt. Die Einnahme von Triptanen wird als eine mögliche Erklärung angeführt. Vaskuläre Nebenwirkungen der Triptane wie koronare und zerebrale Vasospasmen und Herzinfarkte sind schon lange bekannt. Die Wirkstoffklasse ist in den USA mit einer «Boxed Warning» der Arzneimittelbehörde FDA versehen, die auf ein erhöhtes Risiko für koronare und zerebrovaskuläre Ereignisse hinweist; die Evidenzbasis dazu ist aber nicht eindeutig. In einer grossen retrospektiven Kohortenstudie wurde nun basierend auf US-amerikanischen Versicherungsdaten untersucht, inwiefern die Einnahme von Triptanen mit einem ischämischen Schlaganfall in Verbindung steht. 287’629 Personen, die in der Studienperiode mit der Einnahme eines Triptans begannen, wurden eingeschlossen und mit Personen aus der gleichen Datenbank verglichen, die kein Triptan einnahmen. Die Studie weist aufgrund der Datenbasis aus einem Versicherungsregister einige Limitationen auf, es wurde aber versucht, diese soweit möglich im Rahmen der Auswertungen zu verringern. Die Einleitung einer Triptan-Therapie war mit einem höheren Risiko für einen ischämischen Schlaganfall assoziiert (adjustierte «Hazard Ratio» [HR]: 2,37). Die entsprechende absolute Risikodifferenz betrug etwa 0,17% pro Jahr. Von vier sekundären Endpunkten standen zwei im Zusammenhang mit der Triptan-Einnahme: intrakranielle Blutung (adjustierte HR 2,37) und Myokardinfarkt (adjustierte HR 2,06).
Im Begleiteditorial zu dieser Studie wird darauf hingewiesen, dass eine Risikodifferenz von 0,17% für viele Betroffene angesichts der mit einer unbehandelten Migräne verbundenen Beeinträchtigung akzeptabel sei. Risiken sollten aber klar und unmissverständlich kommuniziert werden. Bei Personen mit erhöhtem kardiovaskulärem Risiko sollte die Beratung eine Erörterung dieses Signals, die in Bevölkerungsstudien festgestellten niedrigen absoluten Ereigniszahlen sowie gegebenenfalls die Erwägung von Alternativen umfassen.
Quelle: Kalapura C, Lusk JB, Wilson LE, Moore C, Yarnell S, et al. Triptan Initiation and Cerebrovascular Events in
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Neue Daten zu den vaskulären Nebenwirkungen der Triptane (15. April 2026)
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