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Betablocker nach Myokardinfarkt früher absetzen?
- Autor(en): pharma-kritik-Redaktion
- pharma-kritik 2026 Mai; 48: PK1462
Publikationsdatum: 29. Mai 2026 - Wieder einmal gerät ein medizinisches Dogma ins Wanken: die zwingende Betablocker-Dauertherapie nach Myokardinfarkt.
Die Indikation für eine zeitlich unlimitierte Betablocker-Therapie nach Myokardinfarkt wird durch neuere Studien in Frage gestellt. Bei 2'540 Personen in Südkorea, die nach Myokardinfarkt während mindestens einem Jahr mit Betablockern behandelt worden waren, wurde in einer offenen randomisierten Nichtunterlegenheits-Studie der Betablocker entweder abgesetzt oder weitergeführt. Einschlusskriterien waren keine Herzinsuffizienz, kein Vorhofflimmern und eine linksventrikuläre Auswurffraktion von mindestens 40%. Das mittlere Alter betrug 63 Jahre, 12,8% waren Frauen. 97,5% hatten nach Infarkt eine Katheter-Revaskularisation und nur 0,3% einen chirurgischen Bypass erhalten. Die Randomisierung erfolgte median 4,7 Jahre nach dem Infarkt.
Nach einer weiteren Nachbeobachtungszeit von median 3,1 Jahren war der primäre Endpunkt (Tod jeglicher Ursache, Reinfarkt oder Hospitalisation wegen Herzinsuffizienz) nach Absetzen des Betablockers bei 7,2% der Kranken aufgetreten, bei fortgesetzter Therapie in 9,0% («hazard ratio» 0,8 für Nichtunterlegenheit). Auch für die einzelnen Ereignisarten und für weitere sekundäre Endpunkte ergab sich eine klare Nichtunterlegenheit. Schlaganfälle ereigneten sich nach Absetzen des Betablockers sogar signifikant weniger. Die Resultate waren auch in allen untersuchten Subgruppen identisch, und nach Absetzen der Betablocker-Therapie ereigneten sich Komplikationen nicht häufiger. In den systematisch erfassten Lebensqualitätsindices ergaben sich keine Unterschiede zwischen den beiden Gruppen.
Die Studienverantwortlichen betonen, dass sich das Absetzen der Betablocker und die Beurteilung in den Verlaufskontrollen auf objektive Daten, insbesondere regelmässige Echokardiografien stützte. Die konsistenten Resultate über diverse Untergruppen sprechen für die Zuverlässigkeit der Studienresultate. Es handelt sich aber um eine Patientengruppe mit ohnehin niedrigem Risiko und folglich niedriger Rezidivrate koronarer Ereignisse. Die lange, sehr variable Zeitspanne zwischen Myokardinfarkt und Randomisierung erlaubt keine Aussage über den optimalen Zeitpunkt des Absetzens der Betablocker-Therapie. Ausserdem seien die Resultate nicht zwingend auf Menschen ander
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Betablocker nach Myokardinfarkt früher absetzen? (29. Mai 2026)
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