TELEGRAMM: Ertrinkungsunfälle: Reanimation von mehr als 30 Minuten mit schlechter Prognose

  • k -- Kieboom JK, Verkade HJ, Burgerhof JG et al. Outcome after resuscitation beyond 30 minutes in drowned children with cardiac arrest and hypothermia: Dutch nationwide retrospective cohort study. BMJ 2015 (10. Februar); 350: h418 [Link]
  • Zusammengefasst von: Peter Ritzmann
  • infomed screen Jahrgang 19 (2015) , Nummer 3
    Datum der Ausgabe: Juni 2015

Bei Kleinkindern ist das Ertrinken die häufigste Ursache für einen Unfalltod. Häufig kommt es dabei zu einer Hypothermie: in diesen Fällen gilt die Regel, mit Reanimationsmassnahmen fortzufahren, bis eine Kerntemperatur von mindestens 34° erreicht ist. In dieser holländischen Kohortenstudie bei 160 Kindern mit Kreislaufstillstand und Hypothermie, die es bis in eine Universitätsklinik geschafft hatten, überlebten 28% und 17% hatten eine höchstens mittelschwere neurologische Behinderung. Von den 98 Kindern, die länger als 30 Minuten von professionellen Rettungsleuten reanimiert worden waren, überlebten nur 11% und diese alle mit einer schweren neurologischen Behinderung. Auch bei Ertrinkungsunfällen ist demnach eine Reanimation von über 30 Minuten Dauer generell mit einem schlechten Outcome verknüpft. Ausnahmen könnten eventuell Ertrinkungsunfälle im Winter, bei Wassertemperaturen unter 6° darstellen.

Telegramm von Peter Ritzmann

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infomed-screen 19 -- No. 3
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Ertrinkungsunfälle: Reanimation von mehr als 30 Minuten mit schlechter Prognose (Juni 2015)