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  • Hypoglykämie bei Januskinase-Hemmern
  • Verfasst von: Urspeter Masche
  • Datum: 28. September 2021

Die holländische Arzneimittelbehörde hat die Fälle von Hypoglykämien zusammengestellt, die unter den beiden Januskinase-Hemmern Tofacitinib (Xeljanz®) und Baricitinib (Olumiant®) beobachtet und in die europäische Nebenwirkungsdatenbank aufgenommen worden waren. Insgesamt wurden 15 Fälle unter Tofacitinib und 17 Fälle unter Baricitinib gemeldet. Alle Betroffenen litten an einem Diabetes mellitus und waren mit oralen Antidiabetika oder mit Insulin behandelt. Man vermutet, dass die Januskinase-Hemmer mit einer verstärkten Empfindlichkeit gegenüber der Insulinwirkung einhergehen. Bei einer Person musste die Insulindosis nach dem Absetzen von Baricitinib erhöht und nach erneuter Gabe wieder vermindert werden. In sechs weiteren Fällen verbesserte sich die Blutzuckereinstellung, nachdem die Dosis des Januskinase-Hemmers oder des Antidiabetikums geändert worden war.

Poster der holländischen Arzneimittelbehörde (EULAR-Kongress 2021): Hypoglycaemia following JAK inhibitor treatment in diabetes mellitus patients with rheumatoid arthritis

  • Leberschäden unter Metamizol (Novalgin® u.a.) häufiger als unter Paracetamol?
  • Verfasst von: Urspeter Masche
  • Datum: 23. September 2021

Vor einiger Zeit haben wir darüber berichtet, dass Metamizol eine relativ häufige Ursache von Leberschäden ist, die als Überempfindlichkeitsreaktion einzustufen sind (Leberschäden unter Metamizol). Eine neue retrospektive Analyse lässt vermuten, dass Leberschäden bei Metamizol häufiger vorkommen als bei Paracetamol. Bei Leuten, bei denen eine Metamizol-Verschreibung stattgefunden hatte, wurden innerhalb der folgenden drei Monate signifikant mehr Leberschäden diagnostiziert als bei den Leuten, die Paracetamol erhalten hatten (HR = 1,69 [1,46–1,97]).

Kurzform der Studie aus «Drug Safety»: Is There an Increased Risk of Hepatotoxicity with Metamizole? A Comparative Cohort Study in Incident Users

  • Hypothyroxinämie durch Mirtazapin (Remeron® u.a.)
  • Verfasst von: Urspeter Masche
  • Datum: 21. September 2021

Wie in einer retrospektiven Analyse beobachtet wurde, scheint Mirtazapin das Risiko einer Hypothyroxinämie zu erhöhen, gekennzeichnet durch einen erniedrigten Thyroxinspiegel bei normaler TSH-Konzentration (eine Konstellation, die sonst am ehesten bei schwangeren Frauen vorkommt). Bei 88 Personen, die mit Mirtazapin behandelt waren, fand sich diese Stoffwechselveränderung signifikant häufiger als bei den 132 Kontrollpersonen, die kein Mirtazapin erhalten hatten (RR = 1,70 [1,21–2,43]).

Kurzform der Studie aus dem «British Journal of Clinical Pharmacology»: Mirtazapine use may increase the risk of hypothyroxinaemia in patients affected by major depressive disorder

  • Vedolizumab (Entyvio®) und Schwangerschaftskomplikationen
  • Verfasst von: Urspeter Masche
  • Datum: 16. September 2021

In einer systematischen Übersicht wurde ein Kollektiv von 213 Frauen, die in der Schwangerschaft Vedolizumab erhalten hatten – einen monoklonalen Antikörper zur Behandlung von chronischen entzündlichen Darmerkrankungen –, einer Kontrollgruppe von 628 schwangeren Frauen gegenübergestellt, bei denen keine Vedolizumab-Exposition stattgefunden hatte. Es zeigte sich, dass in der Vedolizumab-Gruppe Schwangerschaftskomplikationen signifikant häufiger aufgetreten waren als in der Kontrollgruppe (OR 2,18 [1,52–3,13]). Der Unterschied beruhte auf dem gehäuften Auftreten von Frühgeburten und Aborten.

Kurzform der systematischen Übersicht aus dem «Journal of Gastroenterology and Hepatology»: Systematic review and meta-analysis: Safety of vedolizumab during pregnancy in patients with inflammatory bowel disease

  • Verzögert auftretende Neutropenie unter Ocrelizumab (Ocrevus®)
  • Verfasst von: Urspeter Masche
  • Datum: 7. September 2021

Bei Ocrelizumab – einem monoklonalen Antikörper, der gegen das CD20-Oberflächenprotein von B-Lymphozyten gerichtet ist und bei Multipler Sklerose eingesetzt wird – sind mehrere Fälle einer Neutropenie beschrieben worden, die sich mit einer Latenz von vier oder mehr Wochen nach Verabreichung der letzten Infusion manifestiert haben. Mehrheitlich hat es sich um erst- oder zweitgradige Neutropenien gehandelt (Neutrophilenzahl über 1000/µl), vereinzelt jedoch auch um ausgeprägtere Neutropenien.

Mitteilung der australischen Arzneimittelbehörde: Ocrelizumab and late onset neutropenia

«pharma-kritik»-Text (nur mit Abonnement/Passwort zugänglich): Ocrelizumab

  • Hypokaliämie unter Levetiracetam (Keppra® u.a.)
  • Verfasst von: Urspeter Masche
  • Datum: 2. September 2021

In der Nebenwirkungsdatenbank der WHO finden sich 57 Meldungen, die eine Hypokaliämie beschreiben, die unter einer Behandlung mit Levetiracetam aufgetreten ist; die Dokumentation der Meldungen wurde in 23 Fällen als gut, in 34 Fällen als weniger gut eingestuft. Auch unter Berücksichtigung dessen, dass eine Hypokaliämie verschiedene Ursachen haben kann, wird ein Zusammenhang zwischen Levetiracetam und Hypokaliämie als möglich betrachtet. Bei Leuten, die Levetiracetam erhalten, wird deshalb zu regelmässigen Kontrollen des Kaliumspiegels geraten.

Bericht aus dem «WHO Pharmaceuticals Newsletter»: Levetiracetam and Hypokalaemia